H0 - 1:87

Die Anlage Spur H0 entstand als zweite Großanlage unseres Clubs, im ersten Stock des Vereinsheims. Die Buchstaben „H0“ (sprich „ha null; halb Null) stehen als Normbezeichnung für den Verkleinerungsmaßstab 1:87, der in Deutschland populärsten Baugröße.

Als Stromsystem wurde das 2-Leiter Gleichstrom System gewählt. Die H0 Sparte des MEC wurde 1983 gegründet. Als so genannte „an der Wand-Anlage“ konzipiert, durchqueren die Züge alle sieben Räume des Obergeschosses, so dass die Anlage im Prinzip einen großen Kreis bildet.

Entdecke die Möglichkeiten

Durch die vorgegebene Raumanordnung wurde es möglich in jedem Raum ein eigenständiges Landschaftsbild darzustellen. So fällt dem Betrachter nach seinem Treppenaufstieg als erstes die „Paradestrecke“ mit dem Bahnhof "Eheim" ins Auge, auf der Züge auf einer zweigleisigen Haupt- und einer eingleisigen Nebenstrecke in schneller Fahrt „paradieren“. Dieses Stück ist der älteste Teil der Anlage. Nachdem die Gleise auf der rechten Seite in einem Tunnel entschwinden, tauchen sie sogleich im nächsten Raum, in einer schönen Winterlandschaft, wieder auf. Zu Füßen eines tief verschneiten, alpinen Gebirges, auf dessen Hängen sich Skifahrer tummeln, teilen sich die Strecken. Nach erneuter Tunneldurchfahrt erreichen sie den nächsten Raum. Während die obere Strecke über einen Viadukt hinter einer wildromantischen Weinberglandschaft verschwindet, führt die untere Strecke entlang des großräumigen Bahnbetriebwerks (BW) mit seinem 18-ständigen Lokschuppen dem Hauptbahnhof entgegen. Der Viadukt wurde dem Bielefelder Viadukt im Stadtteil Schildesche nachempfunden.

Der Hauptbahnhof und Car-System

Der Hauptbahnhof bildet den Mittelpunkt im größten Raum der Etage. Im Hintergrund mit seiner Landschaft im Übergang vom Mittelgebirge ins Hochgebirge, bieten der Bahnhof und die Stadt eine willkommene Möglichkeit zu verweilen und das lebhafte Treiben in der Marktstraße zu betrachten. Wird jedoch versucht den Bus zu erwischen, muss man auf der Hut sein, da dieser nur an wenigen Stellen des Car Systems hält. Er dreht eine Runde durch die Stadt, um nach einem Schwenk das erhöht gelegene Industriegebiet anzusteuern. Dort endet die rasante Fahrt. An der Erweiterung des Car Systems wird zurzeit gearbeitet.

Das Industriegebiet

Ebenfalls eine Art "Dauer"-Baustelle ist das Industriegebiet. Hier werden Gleise neu verlegt und Weichen angeschlossen. Zurzeit ist wieder alles an seinem Platz, wobei es nur eine Frage der Zeit ist, bis jemand erneut anfängt ein Loch zu buddeln. Irgendwoher kommt einem dieses Verhalten bekannt vor?! Ach ja: Bielefeld, die freundliche Baustelle am Teutoburger Wald. Auf der Rückseite des Industriegebiets liegt die Bahnhofsausfahrt. Von dort gelangen wir in die derzeit größte sichtbare Baustelle. Hier entsteht die Erweiterung des Car Systems. In einer lang gezogenen Rechtskurve tauchen wir in einen Tunnel ein, um kurz darauf eine Etage tiefer kurz das Tageslicht sehen, bevor uns ein weiterer Tunnel an den Fuß der Stadt bringt. Von hier aus geht es in einer großen Schleife zurück in den Schattenbahnhof.

Landschaft

Viele Details am Rand der Strecke laden den Betrachter zum Verweilen ein und erwecken den Anschein, sich in einer „wirklichen“ Landschaft zu bewegen, die von rauschenden ICE-Zügen und langen, mit Dampfloks bespannten, Güterzügen durchquert wird. Im Jahr 1994 wurde der Trend der Zeit erkannt und zu den Tagen der offenen Tür nur noch Personenwagen, die auch im Längenmaßstab 1:87 gehalten sind, eingesetzt. Diese Maßnahme führte zu einem noch vorbildgetreueren Zugbild und Gesamteindruck der Modelllandschaft.

Für technisch Interessierte noch einige Daten der Anlage

Das verwendete Schienenmaterial stammt von den Firmen Roco, Peco und Pilz. Alle Schienenstrecken wurden aus flexiblem Gleismaterial aufgebaut. Die Gesamtlänge aller verlegten Gleise ergibt etwa 314 m. Um sich das besser vorzustellen: Ein InterCity der DB mit 11 Wagen hat in etwa die gleiche Länge. Umgerechnet in 1:1 besitzt die Anlage eine Streckenlänge von ca. 27 km. Auf der Anlage wurden 110 Weichen verlegt.

Steuerung

Die digital / analoge Steuerung erfolgt über zwei Stelltische, unter anderem mit einer Intellibox. In Zukunft soll eine automatische Blocksteuerung den Betrieb vereinfachen. Diese greift auf fünf Boosterbereiche zurück.

Schattenbahnhof

Im Jahr 1995 und 2011 wurde der Schattenbahnhof erweitert, sodass heute auch Güterzüge mit Vorbildlänge eingesetzt werden können. Der große Schattenbahnhof besitzt ca. 20 Gleise. Die meisten Gleise sind in zwei Abschnitte aufgeteilt. Auf diesen Gleisen können zwei Züge mit einer Länge von je 3 m oder ein Langzug mit einer Länge von bis zu 7 m bereitgestellt werden. Eine Länge von 7 m im Maßstab H0 würden beim Vorbild 652,50 m ergeben. Bei der Deutschen Bahn ist maximal eine Zuglänge 650 m erlaubt. Es können also vorbildgetreue Güterzüge dargestellt werden. Wie man an dieser kurzen Auflistung schon erkennt, bestehen hier ungeahnte Möglichkeiten. Und außerdem schaden (noch) mehr Gleise im Schattenbahnhof niemanden.

Rollendes Material

Bei den jährlichen Schautagen wird meist themenbezogen gefahren. Das heißt, dass am ersten Schautag im November aktuelles Rollmaterial gezeigt wird. Beim zweiten Schautag wird Epoche 3-4 von der Zeit von 1949 bis ca. 1980 gefahren. Bei diesem zweiten Tag werden dann auch sehr viele Dampfrösser eingesetzt. Der Erzzug mit 34 Wagen wird dann vorbildentsprechend von einem Doppelpack BR41, statt von zwei Lokomotiven der BR145 bespannt. Beim ersten Schautag erscheinen Dampfloks nur vor Museumszügen. Dafür kann man dann die Eurobahn-Talente und die ICE´s der neuesten Generation bestaunen. Das gesamte fahrende Material, das auf der Anlage bewundert wird, gehört ausschließlich Mitgliedern, die es dem Club zur Verfügung stellen.

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