Tag und Nacht auf der Spur-N-Anlage mit Light@Night
Eine vorbildgerechte Darstellung im Modell gehört für uns zum Anspruch – und dazu gehört auch das richtige Licht. Auf unserer Spur-N-Anlage läuft ein simulierter Tagesablauf: Morgens wird es hell, abends gehen in Häusern, an Straßen und in Fahrzeugen nach und nach die Lichter an, und hin und wieder zieht ein Gewitter auf.

Software
Für die Lichtsteuerung haben wir uns für die Software Light@Night von Railware entschieden. Sie ist über das Netzwerk mit der Railware-Steuerung der Modelleisenbahn verknüpft. Dadurch schalten sich zum Beispiel auch die Signale an den Bahnübergängen vorbildgerecht ein, wenn sich ein Zug nähert.
Ein eigener Rechner fürs Licht
Grundsätzlich könnte die Software auch auf dem Rechner der Zugsteuerung laufen. Dort werden aber bereits rund 160 Weichen und 250 Abschnitte überwacht und gesteuert – die Systemreserven sind erschöpft. Deshalb kümmert sich ein älterer, eigener Rechner ausschließlich um Light@Night.
Hardware der Lichtsteuerung
Häuser und abgestellte Fahrzeuge sind an drei Light-Display-Module mit je 40 Ausgängen angeschlossen. Davor sitzt das Light-Interface LI-LAN mit Stromversorgung (11 Volt Wechselspannung), Netzwerkanschluss, DMX-Anschluss für das Raumlicht und acht Eingängen, über die sich Lichteffekte per Taster oder Kontakt auslösen lassen. Weil wir ausschließlich Leuchtdioden verwenden, reichen diese Module: Jeder Ausgang kann mit bis zu 500 mA belastet werden. Im Augenblick sind rund 1.300 LEDs verbaut.
Für technisch Interessierte: Verteiler und Verkabelung
Die Module für die Lichtsteuerung sind im Bereich Kirchhorsten unter einem schmalen Anlagenschenkel auf einem schwenkbaren Rahmen untergebracht. Auf der festen Rückwand sitzen fünf Schneidklemmleisten für je 40 Adern:
- Leiste 1 und 2 werden von Modul 1 und 2 versorgt.
- Leiste 3 führt unter den Ortsteil Kirchhorsten und wird zu einem weiteren Verteiler durchgeschleift.
- Die Adern von Leiste 4 sind aufgeteilt: je 20 Adern enden auf einer Leiste unter der Stadt Coburg und unter dem Industriegebiet.
- Leiste 5 führt zunächst unter den Bahnhof Asbach und weiter bis zum Bahnhof im Industriegebiet.
Von allen Verteilern gehen die Leitungen zu den Häusern und Fahrzeugen ab. Da wir ständig ergänzen und ändern, ist der folgende Plan eine Momentaufnahme.

Raumlicht
Das Raumlicht erzeugt ein DMX-Switchpack mit vier Kanälen. Es setzt sich aus rotem, blauem und weißem Licht zusammen, das je nach Tageszeit einzeln oder gemischt sanft ein- und ausgeblendet wird. Ein vierter Kanal ist für Blitzeffekte vorgesehen.
Der Anlagenraum misst 4 × 11 m, davon werden 4 × 9 m ausgeleuchtet. Zwischen Decke und abgehängtem Holzraster ist genug Platz für die Steuereinheiten und Verteiler der LED-Leuchtstreifen; die Streifen selbst sitzen unterhalb des Rasters, damit die Anlage optimal ausgeleuchtet wird.

Wettersimulation
Am Ausgang der Soundkarte des Licht-Rechners hängen ein Verstärker mit Subwoofer und mehrere kleine Hochtonlautsprecher, die seitlich am Raster angebracht sind. In Light@Night legen wir fest, wann und wie oft Wind, Regen und Gewitter eingespielt werden. Raumlicht und Blitzlicht passen sich diesen Situationen automatisch an.
Beleuchtete Häuser und Fahrzeuge
Damit Licht nicht in andere Etagen durchscheint, sitzen hinter den beleuchteten Fenstern Lichtkästen aus Karton. Alle Häuser und abgestellten Fahrzeuge sind steckbar angeschlossen – so können wir sie zur Reparatur jederzeit abnehmen, ohne zu löten.
Für technisch Interessierte: Lichtkästen und Steckverbindungen
Die Lichtkästen zeichnen wir am PC in der passenden Größe, drucken sie aus, schneiden sie aus und kleben sie an den Laschen zusammen. Je nach Größe kommen eine oder mehrere gleichartige LEDs hinein. Den Vorwiderstand haben wir nach Augenmaß ermittelt und direkt am Stecker angelötet. Er hängt von der Zahl der LEDs ab, davon, ob weiße oder gelbliche LEDs verwendet werden, und ob sie parallel oder in Reihe geschaltet sind. In der Regel schalten wir gleiche LEDs in Reihe.


Für die Kontakte eines Hauses wählen wir eine ungerade Polzahl und legen den gemeinsamen Pluspol in die Mitte. Die Leisten lassen sich mit dem Seitenschneider gut kürzen. Da sie keinen Verpolungsschutz haben, kann bei einer Verdrehung um 180° kein Kurzschluss entstehen – schlimmstenfalls leuchtet das falsche Zimmer. Light@Night schaltet an allen Ports den Minuspol. Von den Verteilern unter der Anlage führen Litzen zu den Gebäuden; oberhalb der Grundplatte enden sie in Buchsenleisten und sind zur Zugentlastung verknotet.
Beleuchtung der abgestellten Fahrzeuge
Alle abgestellten Fahrzeuge haben im Boden einzelne Metallstifte aus den Leisten (Bohrung 1,4 mm, Abstand 2,5 mm). In Fahrtrichtung gesehen ist der hintere Anschluss immer der Pluspol, davor folgt der Minuspol (12 V) für Scheinwerfer bzw. Rücklichter; weitere Anschlüsse sind für Blinker links/rechts oder Blaulicht vorgesehen.

In der Fahrbahn stecken die gleichen Einzelbuchsen, die wir mit einer selbst gefertigten Bohrschablone setzen. Vorher löten wir flexible Drähte an, die bis zum nächsten Verteiler reichen. Etwa 15 mm lange Drahtstücke (0,6 mm) verbinden Fahrbahn und Fahrzeug – so lassen sich Fahrzeuge tauschen oder reparieren, ohne Drähte abzuklemmen.
