Containerkran am Containerterminal im Industriegebiet der Spur-N-Anlage

Industriegebiet der Spur N: Hofeinfahrt, Tore und Containerterminal

Auf der linken Seite des Clubraums im Erdgeschoss erstreckt sich ein ausgedehntes Industriegebiet mit Hafen. Weil wir das Car-System aus topografischen Gründen – und wegen Planungsentscheidungen aus den 80er Jahren – nicht mit Kirchhorsten verbinden konnten, hat das Industriegebiet ein eigenes Straßennetz bekommen. Und wir konnten nicht widerstehen, ein paar technische Feinheiten einzubauen.

Die Hofeinfahrt der Firma S&S Fahrzeugservice

Normalerweise fahren alle Fahrzeuge an der Zufahrt zum Innenhof vorbei. Erst wenn per Taster, Tablet, Smartphone oder Multimaus der Befehl kommt, biegt ein von links kommendes Fahrzeug ab: Die Car-Weiche wird umgelegt, der Gegenverkehr angehalten, die Schranke öffnet sich, und das Fahrzeug fährt durch das Tor in den Hof und weiter in die Halle. Zum Ausfahren öffnet sich das Rolltor, und das Fahrzeug wartet im Hof, bis die Hauptstraße frei ist. Einen der Taster dürfen an Schautagen auch unsere Besucher drücken.

Gesteuert wird alles über 14 Hallsensoren, bistabile Relais und drei Infrarot-Stoppstellen. Drei LEDs in den Fenstern des Sheddachgebäudes zeigen uns an, ob gerade eine Einfahrt, eine Ausfahrt oder ein Vorrang aktiv ist.

Für technisch Interessierte: so funktioniert die Steuerung

Ein Beispiel: Ein Fahrzeug soll von links in den Hof. Über den Taster und einen Optokoppler wird Port 429 angesteuert, der Servo legt die Car-Weiche um. Das Magnetband auf der Weichenzunge beeinflusst den Hallsensor H6, der damit vorbereitend durchschaltet. Überfährt das Fahrzeug nun H12, zieht über H6 und H12 das Relais E (Einfahrt) an; gleichzeitig aktiviert Optokoppler II den Port 425 – die Schranke öffnet sich.

Weil die meisten Hallsensoren beim Überfahren nur einen kurzen Impuls bekommen, verwenden wir bistabile Relais, die ihren Schaltzustand ohne Spannung halten. Solange Relais E angezogen ist, senden die Dioden IR1 und IR2 „Stopp“ an Gegenverkehr und ausfahrende Fahrzeuge. Erst wenn die Schranke ganz offen ist, hebt Hallsensor H2 das Stoppsignal an IR3 auf und das Fahrzeug fährt ein – mit „Blinker links“ und je nach Uhrzeit mit Fahrlicht. H7 stellt die Weiche danach zurück, H9 setzt Relais E zurück und schließt das Tor, sofern kein Fahrzeug im Hof auf die Ausfahrt wartet.

Zum Ausfahren wird das Rolltor geöffnet (Port 430). Hinter der Halle aktiviert H3 das Ausfahrtrelais A, schließt das Rolltor und öffnet die Schranke. Das Fahrzeug wartet an IR1, bis die Hauptstraße frei ist, bekommt dann „Blinker links“ und fährt los; H8 setzt Relais A zurück und schließt die Schranke. Wäre auf der Gegenfahrbahn ein Fahrzeug unterwegs, hätte H10 über Relais V die Ausfahrt gesperrt. Mit drei Potentiometern stellen wir den Abstand zur Stoppstelle ein.

Auf der Platine arbeiten vier unabhängige Spannungen: 11 V für die Relais, 5 V aus dem Schaltervorsatz des Servodecoders, das Digitalsignal des Funktionsdecoders für die Infrarotbefehle und 12 V aus Light@Night, die nur bei Dunkelheit (17:30 bis 7:45 Uhr) das Fahrlicht einschalten.

Das Flügeltor

Statt einer Schranke wollten wir ein Tor mit zwei Flügeln, die sich gegenläufig öffnen – angetrieben von nur einem Servo. Passende Zahnräder mit 35 mm Radius gab es nicht; aus dem Fundus eines Mitglieds kamen aber vier Kunststoffzahnräder mit 50 mm Durchmesser, die wir auf einer Acrylglasscheibe so angeordnet haben, dass sich die Flügel richtig bewegen. Solange sich das Tor bewegt, blinken Warnlichter auf den Torflügeln.

Für technisch Interessierte: weitere Einzelheiten

Für Justierarbeiten muss sich alles leicht zerlegen lassen. Tor und unterirdisches Zahnrad sind deshalb über Neodym-Magnete verbunden, Servo und Zahnrad nur über den mitgelieferten Servostern geklemmt. Ein Magnetband auf einem Zahnrad schaltet über einen Hallsensor das Blinksignal von Light@Night nur dann durch, wenn das Tor weder ganz offen noch ganz geschlossen ist (Abdeckung max. 87°). Ein zweiter Hallsensor H2 mit eigenem Magnetband (mindestens 89°) verhindert, dass ein Fahrzeug durch ein nicht ganz geöffnetes Tor fährt. STOP-LEDs auf beiden Seiten der Ein- und Ausfahrt halten die Fahrzeuge vor dem Tor an.

Das Rolltor

Ein Sheddachgebäude haben wir so umgebaut, dass Fahrzeuge rechts hinein- und links wieder herausfahren können. Das Rolltor ist eine Kunststoffplatte mit gravierten Sektionen, die zwischen zwei H-Profilen läuft. Ein Servo neben dem Tor hebt und senkt es über einen Stift – in realistischen 12 Sekunden.

Für technisch Interessierte: weitere Einzelheiten

Zwei Hallsensoren mit Magnetstreifen auf der Torrückseite übernehmen weitere Aufgaben: Der erste lässt über eine Infrarot-LED in der Halle Fahrzeuge etwa 10 cm vor dem geschlossenen oder halb offenen Tor anhalten. Der zweite, mit etwas kürzerem Magnetstreifen, schaltet zwei Blink-LEDs neben dem Tor nur ein, solange sich das Tor bewegt.

Containerterminal

Im Industriegebiet steht auch eine Containerverladestation. Mit dem Modell von Brawa und seiner eigenen Steuereinheit lassen sich Container in drei Ebenen bewegen und halbautomatisch auf- und abladen. Für die Verladung von der Bahn auf Lkw haben wir allerdings noch keine praktikable Lösung, denn in den Fahrzeugen muss ja auch noch die Elektronik Platz finden. Und mit der Geräuschentwicklung des Modells sind wir nicht ganz zufrieden – wir arbeiten daran.

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