Heißluftballon schwebt vor der Bergkulisse über Coburg auf der Spur-N-Anlage

Heißluftballon über Coburg: Ballonfahrt auf der Spur-N-Anlage

Zwischen Coburg und Kirchhorsten schwebt vor der Bergkulisse ein Heißluftballon. In Ruhe „parkt“ er oben unter der abgehängten Decke. Per Knopfdruck oder Smartphone startet die Ballonfahrt: Der Ballon fährt ein Stück waagerecht, setzt zur Landung an, bleibt eine Weile am Boden und steigt dann wieder in seine Parkposition auf – mit flackerndem Brennerlicht und Brennergeräusch.

Die Idee

Der Ballon hängt an zwei sehr dünnen Drähten, die über Umlenkrollen etwa 1,70 m auseinander auf einem Brett über der Kastendecke laufen. Beide Drähte enden auf einer gemeinsamen Welle mit zwei gegenläufig gewickelten Spulen: Dreht sich die Welle, wird ein Draht ab- und der andere aufgewickelt – der Ballon fährt waagerecht. Zum Landen wird ein Draht nach dem Prinzip eines Flaschenzugs verlängert.

Mit zwei Motoren und passender Software wäre es sicher eleganter gegangen. Wir haben uns aber bewusst für eine mechanische Lösung entschieden, die wir mit unseren Mitteln umsetzen konnten.

Für technisch Interessierte: weitere Einzelheiten

Mechanik

Für das Absenken und Anheben sorgt eine doppelgängige Trapezspindel von 1.000 mm Länge mit Kugellagern. Auf ihr laufen zwei Trapezmuttern mit einem Winkelblech, das die bewegliche Umlenkrolle und drei Hallsensoren trägt; zwei Drehgestelle auf H0-Schienen sorgen für eine ruhige Bewegung. Verschiebbare Endschalter legen die obere und untere Position fest. Angetrieben wird die Spindel von einem Getriebemotor (1:130).

Die waagerechte Fahrt übernimmt ein zweiter Getriebemotor (13 U/min, 1:226). Auf seiner Welle sitzt eine Mutter, die die Endschalter für die Richtungsumkehr betätigt und mit einem Magneten das Brennergeräusch auslöst. Für die Strecke zwischen den Endpunkten braucht der Ballon etwa eine Minute.

Steuerung

Ausgelöst wird über Taster, Multimaus oder App: Port 436 des Servodecoders steuert über einen Optokoppler einen Transistor, die Relais L und M ziehen an und gehen in Selbsthaltung. Motor 1 startet die waagerechte Fahrt; kurz vor dem Umschalten aktiviert ein Hallsensor Relais T, das den Motor langsamer laufen lässt – für einen weichen Übergang in die Sinkfahrt. Am Boden schaltet Endschalter 4 ein bistabiles Relais um und startet einen Timer (NE 555). Nach der eingestellten Wartezeit fährt die Spindel zurück, der Ballon steigt und fährt waagerecht in seine Ausgangsposition.

Brennerlicht und Sound

Drei LEDs im Ballon und am Korbboden simulieren den Brenner. Zwei in Reihe geschaltete Hallsensoren sorgen dafür, dass das Licht unregelmäßig aufflackert; beim Sinken wird seltener „geheizt“ als beim Steigen. Synchron spielt ein Soundmodul (DY1703A) das Brennergeräusch ab – es bekommt nur Strom, solange sich der Ballon bewegt, damit nichts brummt. Eine rote Kontroll-LED unter dem Brett zeigt an, falls die Sicherung ausgelöst hat.

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